IS-Terrormiliz verkündet Tod ihres Sprechers und Propagandachefs

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Der Propagandachef der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Muhammad al-Adnani, ist nach Angaben der IS-nahen Agentur Amaq bei Gefechten in Syrien getötet worden. Al-Adnani habe an der Spitze einer kleinen Einheit gestanden, die Terroroperationen in der ganzen Welt geplant habe, unter anderem in Paris und Brüssel, sagte der Terror-Experte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg.

Adnani war eines der letzten Mitglieder der ersten IS-Generation und einziger verbliebener Syrer der Führungsriege. Weitere Einzelheiten zu den Umständen seines Todes nannten die Extremisten jedoch nicht. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, Kräfte der US-geführten Koalition hätten am Dienstag einen “Präzisionsschlag” gegen Al-Adnani verübt. Im Netz wurde spekuliert, der IS täusche den Tod vor, um Adnani angesichts der drohenden Niederlage das Abtauchen zu ermöglichen. Pentagon-Sprecher Peter Cook wollte seinen Tod allerdings noch nicht bestätigen. Wie auch immer: Der Tod ereilte al-Adnani in der Nähe der syrischen Ortschaft al-Bab. Solche Behauptungen seien “ein Witz”, hieß es am Mittwoch aus US-Verteidigungskreisen in Washington. Neumann sieht Adnani aber als geistigen Urheber der “einsamen Wölfe”, die zuletzt im Westen zuschlugen: “Die simple wie geniale Strategie, dass eine Videobotschaft ausreicht, um aus einem Einzeltäter einen ‘Soldaten des Kalifats’ zu machen, stammte von ihm”.

Unter IS-Kämpfern galt er schon fast als Legende. Diese Spezialzentrale soll vor allem in Europa Attentate organisieren oder Sympathisanten vor Ort zu Bluttaten anstacheln.

Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf der Iraker ausgesetzt.

Unterdessen hält der Chef des für den Irak und Syrien zuständigen Zentralkommandos der US-Armee eine entscheidende Offensive auf die irakische Stadt Mossul noch in diesem Jahr für möglich. Adnanis Tod bedeutet Experten zufolge eine deutliche Schwächung des IS. Im September 2014 rief al-Adnani die IS-Anhänger auf, “Ungläubige” in westlichen Staaten zu töten. Damit könnte er etwa den Attentäter von Nizza inspiriert haben, der im Juli auf der Strandpromenade der südfranzösischen Stadt mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren war. Anfang der 2000er Jahre schloss er sich den Jihadisten im Irak an und schwor dem Chef von Al-Kaida im Irak, Abu Moussab al-Zarqawi, die Treue. Aus der Gruppe ging später die IS-Miliz hervor. Im Sommer 2014 hatte er nach der Eroberung großer Gebiete in Syrien und im Irak ein Kalifat ausgerufen.

Die sunnitischen Extremisten haben in den vergangenen Monaten mehrere hohe Anführer verloren. Im März gab der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter die Tötung des IS-Finanzchefs Abdelrahman al-Kaduli bekannt.

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